Donnerstag, 17. Januar 2019

Ein junger Anwalt, eine reizvolle Frau & ein Jagdtrieb...

Hallo ihr Zuckerschnuten :)

Heute habe ich einen besonderen Leckerbissen für euch vorbereitet. Ich möchte euch einen neuen Autor vorstellen, der am 21.01.2019 seinen ersten Roman über den Goldmann Verlag veröffentlicht wird.
Ich rede von Hendrik Esch, der seinen jungen Anwalt Paul Colossa in die bayerische Provinz schickt und was genau passieren wird, erfahrt ihr im folgenden Klappentext.

Bildquelle: randomhouse
Der junge Anwalt Paul Colossa aus München erbt nach dem überraschenden Selbstmord seines Onkels dessen Kanzlei in Neustadt in der bayerischen Provinz – und damit eine Menge kurioser Fälle. Wie den der hübschen Maja, Tochter des zwielichtigen russischen Unternehmers Victor Rivinius. Maja wird von ihrem Ex-Geliebten gestalkt, und Colossa soll vor Gericht ein Kontaktverbot erwirken. Dabei erliegt Colossa prompt selbst den Reizen der jungen Frau. Blind vor Liebe verstößt er gegen alle Regeln – und übersieht, wie sehr Maja in die dubiosen Machenschaften ihres Vaters verstrickt ist. Unversehens befindet er sich mitten in einer höchstgefährlichen Jagd …

[Einband]: Taschenbuch (auch als E-Book erhältlich)
[Seiten]: 496
[Verlag]: Goldmann
[ISBN]: 978-3-442-48816-2
[Preis]: 10,00 €




Aber ich möchte euch nicht nur das Buch vorstellen, sondern auch den Autoren, der dahinter steht. Er hat sich getraut und mir Rede und Antwort gestanden. Aber jetzt möchte ich euch nicht weiter hinhalten. Hier ist das Interview mit Hendrik Esch:


Meine erste Frage an dich natürlich ist, wie bist du dazu gekommen, einen Roman zu schreiben und war es für dich von Anfang an klar, dass es sich bei deinem Protagonisten um einen Anwalt handeln würde?

Ich kann nicht sagen, dass ich schon immer einen Roman schreiben wollte, aber ich kann sicher sagen, dass ich schon als kleiner Junge gerne Geschichten geschrieben habe. Lange Jahre hatte ich dann, mehr unbewusst, den heimlichen Traum, Buchautor zu sein. Ich stellte mir das recht romantisch vor: Tagsüber gehst Du einem ganz normalen Job nach und abends, bis in die Nacht hinein, sitzt du dann mit einer dampfenden Tasse Kaffee in deiner Bude und tippst auf einer alten Schreibmaschine. (Übrigens: So ähnlich ist es dann in Wirklichkeit tatsächlich gekommen! Aber dazu später). Und dann, es ist bestimmt 20 Jahre her, kam der Tag, an dem ich es plötzlich tun wollte. Anstatt einer alten Schreibmaschine kaufte ich mir einen Laptop und fing einfach an, drauflos zu schreiben. Ich habe nicht lange durchgehalten und es wurde ein Riesenmurks. Reden wir lieber nicht davon! Vor etwa acht Jahren, packte das Schreibfieber mich erneut und ich fing noch einmal an. Ein Mensch, dessen Rat mir besonders wertvoll ist, empfahl mir: Schreib über etwas, wovon Du wirklich Ahnung hast! Ich bin Rechtsanwalt. Damit kenne ich mich aus. Also erfand ich den jungen Rechtsanwalt Paul Colossa und begann, seine Geschichte aufzuschreiben. Aber das Leben ist nicht einfach und das Schreiben erst recht nicht! Ich blieb deshalb wieder nach kurzer Zeit stecken. Doch die Figur des jungen Anwalts Colossa spukte seitdem unablässig in meinem Kopf herum! Auf Autofahrten, bei Gericht, nachts im Bett. 2016 machte ich den dritten Versuch und da sprudelte es plötzlich nur so aus mir heraus. Nach acht Monaten war der Roman fertig. Es war alles längst fertig in meinem Kopf.


Wie lange hast du gebraucht bis aus einer fixen Idee ein fertiger Roman geworden ist?

Meine erste Antwort beantwortet jetzt fast schon Deine zweite Frage! Also man könnte sagen … 20 Jahre. Oder acht Jahre. Oder acht Monate. 


Wie ich bereits von dir erfahren habe, bist du auch selbst Anwalt, sprich du kannst alle Aspekte eines Anwalts und gerichtlichen Verfahren aus erster Hand erzählen. Wie groß ist denn für dich selbst der Unterschied als Anwalt zu fungieren und über einen Anwalt zu schreiben?

Wir Anwälte, also jedenfalls viele von uns, lieben unseren Job wirklich. Deshalb reden wir auch wahnsinnig gern darüber. Es gibt übrigens tatsächlich jede Menge zu erzählen! Ganz egal, ob du Strafverteidiger bist oder Mietrecht machst oder dich um Autounfälle kümmerst: Jeder Fall ist eine Geschichte. Und viele dieser Geschichten sind ziemlich kurios und spannend! Deshalb ist es nichts Ungewöhnliches, dass Anwälte gern über ihre Arbeit plaudern. Der Roman „Jagdtrieb“ lehnt sich an einige Fälle an, die ich selbst erlebt habe. Natürlich habe ich diese Fälle sehr stark verändert – aber so ähnlich könnte es durchaus im wahren Leben eines Anwalts gelaufen sein! Wenn der junge Paul Colossa diese Geschichten jetzt durchlebt, fiebere ich beim Erzählen so intensiv mit, als würde ich über meine eigenen Fälle berichten. Und ja! Das sind verrückte, krasse Geschichten! Aber so ist es eben, da draußen!


Was ist Paul Colossa für eine Persönlichkeit und wie viel von dir selbst lebt in deinem Protagonisten?

Der wichtigste Unterschied zwischen Paul und mir ist: Dieser Kerl ist viel jünger als ich (und manchmal ziemlich durch den Wind). Er ist zwar ganz gut in seinem Job, aber er ist eben noch kein alter Hase. Deshalb macht er reihenweise typische, gefährliche Anfängerfehler. Aber Paul ist ein cooler Hund! Er jammert viel herum, aber am Ende beißt er die Zähne zusammen und kämpft. Und dabei beweist er jede Menge Einfallsreichtum! So was ist mir natürlich auch schon passiert. Aber ganz ehrlich: So viel Mist wie Paul Colossa habe ich natürlich nie gebaut! Er lässt wirklich keinen Fettnapf aus. Sich in eine Mandantin verlieben? Ein absolutes no go für einen Anwalt! Und dann noch mit ihr ins Bett zu gehen … naja, ich will nicht zu viel ausplaudern. Auch Waffen, Drogen und Lügen vor Gericht sind Dinge, von denen ich lieber die Finger gelassen habe. Paul hingegen hat da keine Berührungsängste. Aber Paul hat eines, was ich als junger Anwalt nicht hatte: einen besten Kumpel, der mit ihm durch Dick und Dünn geht und der vielleicht sogar noch einen Tick verrückter als er selbst ist. Er heißt Attila.


Da es sich um einen Kriminalroman handelt, gibt es da auch Parallelen zwischen deinen echten Fällen als Anwalt und den Fällen von Paul? Oder ist der meiste Teil fiktiv?

Über die Parallelen zu echten Fällen hatte ich ja schon ein bisschen erzählt. Hinter allem, was Paul erlebt, steckt eine wahre Geschichte. Wir Anwälte unterliegen der Schweigepflicht, deshalb sind die Geschichten stark verfremdet. Aber frei erfunden ist da wenig. Ich finde, das macht ein Stück der Faszination der Story aus. Die Erkenntnis: Das könnte mir auch passieren! Es geht im Zentrum des Romans um einen völlig durchgeknallten, gefährlichen Stalker, der einer jungen Frau nachstellt. Und Paul soll ihr als Anwalt helfen. Das ist keine Fiktion, das ist real. Ich habe es mehrfach hautnah erlebt. Da stehen dir die Nackenhaare hoch, wenn du so einem Typen bei Gericht gegenübersitzt und du weißt, was er getan hat – und wieder tun wird! Und weil es so real ist, ist es eine gute Story. Wahnsinnig spannend. Manchmal traurig. Ziemlich gruselig bisweilen. Oft urkomisch. Willkommen in der Welt der Rechtsanwälte!

Jetzt wird dein erster Roman am 21.01.2019 über den Goldmann Verlag veröffentlicht. Was war das für dich für ein Gefühl, zu sehen, wie aus einer Idee und einem Skript wahrhaftig ein Buch geworden ist?

Das Gefühl, das Buch entstehen zu sehen, ist einfach unbeschreiblich! Allein schon der Moment, als ich einen Verlag gefunden hatte. Und dann so einen Wahnsinnsverlag wie Goldmann-Randomhouse! Das Großartige war, dass meine Lektorin, Dr. Barbara Heinzius, die übrigens einige Berühmtheit besitzt, weil sie „Fifty Shades of Grey“ auf den deutschen Markt geholt hat, mich intensiv am gesamten Prozess der Entstehung des Buchs teilhaben hat lassen! Nicht nur das Lektorat, auch beim Cover, beim Klappentext, bei der ganzen Vermarktungsplanung, war ich immer eng eingebunden. Es ist eine ganz neue, wirklich phantastische Welt für mich. Bücher machen, das beeindruckt mich. Und dann das eigene Buch nach über einem Jahr intensiver Vorbereitungsarbeit in der Hand zu halten … ich will jetzt nicht rumheulen, aber das ist ein bewegender Augenblick. Ganz ehrlich.

Hand aufs Herz! An wie viele Verlage hattest du dein Skript geschickt?

Ich habe mein Romanskript an keinen einzigen Verlag geschickt. Ganz ehrlich! Und ich kann jedem Autor davon auch nur abraten, einfach so etwas an einen Verlag zu schicken. Also … genau weiß ich es ja nicht … aber ich glaube, die lesen unangefragte Manuskripte so gut wie gar nicht. Ich hatte mich vorher informiert und mich an die Ratschläge von Profis gehalten: Such dir keinen Verlag, sondern eine Agentur. Das ist übrigens auch gar nicht so einfach! Die erste Agentur, die ich mit meinem Manuskript begeistern wollte, hat sofort abgelehnt. Man muss sich darauf einstellen, dass man da einen langen Weg vor sich hat! Ich hatte Riesenglück: Die zweite Agentur, Scripta in München, hat mich genommen. Ich habe mich dort wirklich gut aufgehoben gefühlt und schon nach wenigen Wochen rief meine Agentin, Monika Hofko, mich an und sagte: Barbara Heinzius von Goldmann will das Buch. Nein, ich bin nicht am Telefon ohnmächtig geworden … aber der Puls ging ordentlich hoch. Also, mein Rat: Wenn ihr auf Verlagssuche seid, bereitet ein sauberes Manuskript vor, macht ein gutes Anschreiben dazu, achtet auf Form und Rechtschreibung und sucht euch damit eine Agentur. Das ist ein Weg, der Erfolg verspricht. 

Gehen wir jetzt einfach mal davon aus, dass dein Buch nicht über den Goldmann Verlag veröffentlicht geworden wäre. Hättest du dann den Weg als Selfpublisher eingeschlagen?

Hätte ich es als Selfpublisher versucht, wenn mich kein Agent oder Verlag genommen hätte? Ein klares Ja! Mir ging es nie darum, reich, berühmt oder erfolgreich zu werden. Ich wollte einen Roman rausbringen! Hätte ich davon dreihundert Stück im Selbstdruck verkauft, wäre ich auch nicht unglücklich gewesen. Wenn einer schreiben will, dann sollte er es tun. Und die Möglichkeiten sind doch heute wirklich grenzenlos, wenn man es auf eigene Faust probieren mag.

Auf deiner Internetseite www.paul-colossa.com erzählst du von Kassandra, der ganz speziellen Ex-Freundin. Jetzt stellt sich mir natürlich die Frage, ob Kassandra die Ex-Freundin von Paul, dem Protagonisten oder von dir, als Autor/Anwalt ist.

Eine gute Nachricht an alle Menschen da draußen, die Frauen lieben: Kassandra, die wirklich unfassbar krasse Ex-Freundin von Paul, ist eine rein fiktive Gestalt! Ihr müsst keine Angst haben, ihr oder einer ähnlichen Person im wahren Leben zu begegnen. Dieses bösartige, egoistische, manipulative Biest habe ich frei erfunden. Diese Figur ist einfach ein herrlicher Kontrast zu Paul, findest Du nicht? Ich glaube übrigens, auch das unterscheidet mich stark von Colossa: In so ein Biest hätte ich mich im Leben nie verliebt! Was hat ihn da nur geritten? Jetzt muss er es ausbaden …

Ich habe mir die Freiheit genommen die Leseprobe auf der Goldmann-Seite zu lesen. Mir gefällt der Anfang auf jeden Fall. In deinen Überschriften der jeweiligen Kapitel ist ganz klar definiert, dass ein Raubtier die Geschichte dominiert. Wurde genau deswegen der Wolf verwendet?

Ja, der Wolf ist für mich der Inbegriff des Raubtiers. Und er ist so ungeheuer stark in seiner Symbolkraft! Böse, gefährlich, abgründig auf der einen Seite, aber auch klug, schön und stolz. Paul Colossa spürt bei seinen Entscheidungen oft, dass uralte Instinkte ihn leiten. Er nennt das „den Wolf im Kopf“. Eines sage ich Dir gleich: Es ist nicht klug, ich betone es, absolut nicht klug, wenn ein Rechtsanwalt sich vom Wolf in seinem Kopf beraten lässt! Obwohl der Wolf manchmal bei Paul der einzige zu sein scheint, der noch vernünftig denkt …

Mit der Veröffentlichung kommen einige Pflichten auf dich zu. Unter anderem eine Buchtour, Buchmessen und Promotion. Wie wirst du das mit deinem Leben als Anwalt und Autor unter einen Hut bringen?

Wenn ich als Autor reisen muss, ist das nicht so wahnsinnig anders, als wenn ich als Anwalt reise. Abgesehen davon vielleicht, dass Anwälte eher in der Businessclass reisen und Autoren in der zweiten Klasse. Es gab immer wieder einmal Jahre, in denen ich eine ganze Reihe von zusammenhängenden Fällen deutschlandweit betreuen durfte. Insoweit ist „Jagdtrieb“ wie ein neuer großer Fall für mich. Du wirst lachen: In meiner Kanzlei gibt es sogar eine eigene Akte zum Fall „Jagdtrieb“! Ich freue mich auf diesen Fall ganz besonders und werde jede Reise antreten, die nötig ist, um ihn zu gewinnen!

Nun kommen wir schon wieder zu meiner letzten Frage. Wird es weitere Geschichten geben bzw. arbeitest du bereits an einem neuen Fall von Paul Colossa?

Könnt Ihr Geheimnisse für Euch behalten? Also … die Wahrheit ist: Paul Colossas zweiter Fall ist als Manuskript beinahe abgeschlossen. Ich arbeite gerade am großen Finale. Wenn Ihr glaubt, er hätte aus seinen Fehlern in Jagdtrieb irgendetwas gelernt … naja, lasst Euch überraschen. Zum Glück ist Attila weiter an seiner Seite.  


Das war es leider schon wieder von Hendrik Esch, Paul Colossa & Co. Wenn ihr mehr über Paul, sein Leben und auch über seinen Autor erfahren wollt, dann schaut ruhig auf seiner Seite vorbei. Mir bleibt nicht mehr viel zu sagen, außer vielen lieben Dank an dich Hendrik, dass du wirklich sehr spontan Zeit dir die Zeit genommen hast und kann mir vorstellen, dass das als Anwalt echt schwierig war. Es hat mir viel Spaß gemacht, dich als Menschen besser kennen zulernen und wünsche dir ganz viel Erfolg mit deinem Buch. Ich werde es auf jeden Fall lesen und bin gespannt, was Paul für ein Protagonist ist! :)





Sharon ♥


P.S. Dieser Beitrag ist im Einverständnis mit dem Autor entstanden, enthält Werbung und Verlinkungen und das ganze andere mimimi. :)



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